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Rezension Saehyun Kim – Werke von Chopin & Fauré

Empfindsam

Für sein Label-Debüt wandelt Pianist Saehyun Kim auf ungewohnten Pfaden durch das musikalische Paris – und entdeckt Neues bei Chopin.

vonChristoph Vratz,

Eine überraschende Zusammenstellung präsentiert Saehyun Kim bei seinem Label-Debüt. Vier Werke von Gabriel Fauré, darunter die erste Barcarolle und das zweite Impromptu, paart der südkoreanische Pianist mit den Chopin-Etüden op. 25 sowie einer Nocturne. So gesehen: ein Paris-Album mit seltener Routenplanung. Kim verfügt über einen leicht perlenden Anschlag und die Fähigkeit zu klarer Gliederung. Die sechste und neunte Etüde etwa wirken erstaunlich mühelos und aller physischen Mühen enthoben. Auffallend, dass Kim immer wieder Nebenpfade erschließt, die im Dickicht der Noten bisher kaum hörbar gemacht worden sind. Faurés Musik deutet Saehyun Kim auf ähnlich anspruchsvolle Weise. In die Barcarolle schleicht sich verborgene Erregung, auch wenn der Fokus auf einer sanften Linienführung der Melodie liegt. Als Encore kredenzt Kim Jean Trenets „En Avril à Paris“ in der Bearbeitung von Alexis Weissenberg – glücklicherweise nicht seifig.

Fauré: Après un Rêve op. 7/1, Barcarolle Nr. 1 a-Moll op. 26, Valse-Caprice Nr. 1 A-Dur op. 30 & Impromptu Nr. 2 f-Moll op. 31, Chopin: Etüden op. 25 & Nocturne Nr. 8 Des Dur op. 27/2, Trenet/Weissenberg: En Avril à Paris

Saehyun Kim (Klavier)
Warner

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