Nathalie Stutzmann wandelt in Atlanta weiterhin auf romantischen Spuren. Nach einer Dvořák-Einspielung folgt mit dem dortigen Sinfonieorchester nun eine Aufnahme der vierten Sinfonie von Anton Bruckner. Bereits im ersten Satz wird klar, dass die Stärken im kammermusikalischen Spiel der Solisten liegen. Gerade die Flöte formuliert immer wieder delikate Monologe. Den großen Steigerungen hin zum kraftvollen Tutti fehlt hingegen mitunter die nötige Binnenspannung. Überzeugen wiederum können die warm tönenden Streicher im langsamen Satz, ebenso die Ruhezonen, etwa wenn das Horn einzeln hervortritt, das im Scherzo auch den Herausforderungen schärferer Rhythmik gerecht wird. Stutzmann betont im Finale den Spagat zwischen Spannung und Phasen der Versenkung. Doch vermittelt sich die spezifische Organik dieser Sinfonik nicht wirklich. Für ein Gleichauf mit den großen Bruckner-Aufnahmen reicht das nicht.
Bruckner: Sinfonie Nr. 4 Es-Dur „Romantische“ (Version 1878-1880)
Atlanta Symphony Orchestra, Nathalie Stutzmann (Leitung)
Warner






