Startseite » Rezensionen » Zwischen Spannung und Versenkung

Rezension Nathalie Stutzmann – Bruckner: Vierte Sinfonie

Zwischen Spannung und Versenkung

Trotz kammermusikalischer Stärken weist Bruckners Vierte mit Nathalie Stutzmann und dem Atlanta Symphony Orchestra Schwächen auf.

vonChristoph Vratz,

Nathalie Stutzmann wandelt in Atlanta weiterhin auf romantischen Spuren. Nach einer Dvořák-Einspielung folgt mit dem dortigen Sinfonieorchester nun eine Aufnahme der vierten Sinfonie von Anton Bruckner. Bereits im ersten Satz wird klar, dass die Stärken im kammermusikalischen Spiel der Solisten liegen. Gerade die Flöte formuliert immer wieder delikate Monologe. Den großen Steigerungen hin zum kraftvollen Tutti fehlt hingegen mitunter die nötige Binnenspannung. Überzeugen wiederum können die warm tönenden Streicher im langsamen Satz, ebenso die Ruhezonen, etwa wenn das Horn einzeln hervortritt, das im Scherzo auch den Herausforderungen schärferer Rhythmik gerecht wird. Stutzmann betont im Finale den Spagat zwischen Spannung und Phasen der Versenkung. Doch vermittelt sich die spezifische Organik dieser Sinfonik nicht wirklich. Für ein Gleichauf mit den großen Bruckner-Aufnahmen reicht das nicht.

Bruckner: Sinfonie Nr. 4 Es-Dur „Romantische“ (Version 1878-1880)

Atlanta Symphony Orchestra, Nathalie Stutzmann (Leitung)
Warner

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

Klassik in Ihrer Stadt

Anzeige

Audio der Woche

The Bach Project – 75 Jahre Neubrandenburger Philharmonie

Das Jubiläumsalbum der Neubrandenburger Philharmonie ist eine glänzende Hommage an Bach, der wie niemand sonst Tradition und Vision, Struktur und Ausdruck, Klarheit und Emotion in sich zusammenfasste.

jpc Logo
Amazon Logo
Apple Music Button

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!