Die Stücke aus Igor Strawinskys spritzigem Barock-Arrangement „Pulcinella“ aus der Anfangszeit seiner neoklassizistischen Phase zünden noch heute. Geigerin Elena Denisova und das Gustav Mahler Ensemble unter der Leitung von Alexei Kornienko präsentieren eine Suite dieser Musik, arrangiert für Violine und Orchester. Leider gerät Strawinskys kecker Zugriff hier ins spätromantische Fahrwasser. Das Tempo ist viel zu breit, der Klang auch, das Ganze wirkt schwerfällig, auch wenn Denisova Bravour zeigt. Neoromantik ist angesagt in Franz Hummels Violinkonzert „in memoriam Max Reger“ von 2016, das zunächst elegisch und düster daherkommt, sich später aufhellt. Hier zeigt Denisova ihr expressives Potenzial, die Einsätze von Solo und Orchester wirken wie emotionale Sprechakte. Das überzeugt, genauso wie Hummels Bearbeitung von Alexander Zemlinskys Serenade. Dieses elegante, süffige, temperamentvoll federnde Werk erhält noch mehr Tiefe und Weite im Arrangement. Die Farben sind im Orchester fein abgestimmt, Denisova spielt mit leidenschaftlicher Intensität.
F. Hummel: Violinkonzert in memoriam Max Reger, Zemlinsky/F. Hummel: Serenade A-Dur, Kreuz: Ihr Gestirn’, ihr hohen Lüfte, Strawinsky: Suite
Elena Denisova (Violine), Gustav Mahler Ensemble, Alexei Kornienko (Leitung)
TYXart






