Es gibt Werke, die sich aufgrund ihres festen Platzes im Repertoire beim Anhören einer Aufzeichnung anfühlen, als begegne man einem guten alten Freund. Ein solches ist Max Bruchs Violinkonzert g-Moll, das Eldbjørg Hemsing nun eingespielt hat. Die 36-Jährige kennt das Konzert seit Kindheitstagen. Das spiegelt sich in der Souveränität und der Leichtigkeit wider, mit der sie an das Stück herangeht: Auch Hochvirtuoses klingt hier locker, forsch und natürlich. In den ersten beiden Sätzen entsteht dank feinsinniger Phrasierungen der Eindruck, sie wolle gemeinsam mit dem Zuhörer die musikalische Erzählung in der Solovioline neu entdecken. Das verleiht dem wohlbekannten Konzert ungeahnte Frische. Auch in den hohen Lagen bleibt ihr Ton leidenschaftlich, ohne in süßlichen Kitsch zu verfallen. An Hemsings Seite steht das hervorragend intonierte und zumeist mit erdigem Klang überzeugende Oslo Philharmonic unter Gergely Madaras. Als lyrisch-schwelgerische Beigaben erweisen sich zwei Spätwerke Bruchs.
Bruch: Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26, Romanze op. 85 & In der Nacht op. 72
Eldbjørg Hemsing (Violine), Oslo Philharmonic, Gergely Madaras (Leitung)
Sony







