Die Gesamtaufnahme der Grieg’schen Orchesterwerke durch das WDR Sinfonieorchester Köln wäre allein schon vom Repertoirewert eine feine Sache – doch die Aufnahmen überzeugen auch künstlerisch. Auf dem fünften (und letzten) Album sind es vor allem die Orchesterlieder, die einen interessanten Blick auf Grieg als Liedkomponisten erlauben. Der pastorale Grundton der Lieder erscheint veredelt durch eine raffinierte, über die Errungenschaften der Spätromantik souverän verfügende Orchestrierung, besonders die Holzbläser werden immer wieder prominent ins Licht gerückt. Der norwegische Dirigent Eivind Aadland trägt dabei die Sopranistin Camilla Tilling quasi auf Händen: deren wandlungsfähige, perfekt geführte Stimme geht aufs Schönste zusammen mit dem blühenden, subtil ausgehörten Orchesterklang des Orchesters, das sich in den letzten Jahren zu einem der besten deutschen Klangkörper entwickelt hat.
CD-Rezension Eivind Aadland
Raffinierte Entdeckung
Überzeugend: Der norwegische Dirigent Eivind Aadland trägt die Sopranistin Camilla Tilling quasi auf Händen
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