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Rezension Daniil Trifonov – Mi Historia Americana – Sur

Breites Spektrum

Daniil Trifonov erkundet Südamerika und zeichnet dabei mit großer Spielfreunde ein Panorama von weitgehend unbekannter Musik.

vonChristoph Vratz,

Nach seiner musikalischen Reise durch Nordamerika mit dem Vorgängeralbum erkundet Daniil Trifonov nun den südlichen Teil des Kontinents – bis hin zu einem selbst komponierten Tango. „Mi Historia Americana – Sur“ rückt Komponisten wie Gabriela Lena Frank, Ginastera, Guarnieri, Lecuona und Villa-Lobos vor. Mit dem São Paulo Symphony Orchestra hat Trifonov Ary Barrosos „Aquarela do Brasil“ aufgenommen. Hinzu kommen die Ersteinspielung von Osvaldo Golijovs „Cuadros del Sur“, die „Bachianas Brasileiras Nr. 4“ sowie Gabriela Lena Franks „Sonata Andina“. Trifonov strotzt vor Spiellust. Er lotet sonnige Virtuosität und düstere Harmonien sorgsam aus. Überzeugend auch sein rhythmisches Gespür für die sehr unterschiedlichen Herausforderungen. Mal wird das Klavier zum perkussiven Instrument, mal zum zarten Traumfänger. So entfaltet sich ein auffallend breites Spektrum an Farben, Stimmungen, Ausdrucksformen – und zugleich das faszinierende Panorama einer Musik, die hierzulande noch weitgehend unbekannt ist.

Mi Historia Americana – Sur
Werke von Barroso, Frank, Garcia, Ginastera, Villa-Lobos, Trifonov u. a.

Daniil Trifonov (Klavier), São Paulo Symphony Orchestra
Deutsche Grammophon

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