Der Pianist Adam Laloum bleibt seinen romantischen Vorlieben treu und veröffentlicht ein Album mit zwei Zyklen von Robert Schumann. Der häufig eingespielten „Kreisleriana“ stehen die – außerhalb von Gesamteinspielungen – eher selten zu hörenden „Novelletten“ gegenüber. Laloum vertraut stets auf eine Virtuosität, die auf jede Form von Wildheit verzichtet. Das kann man positiv und kritisch gleichermaßen sehen. Gerade in den „Noveletten“ gibt es eine Reihe von Passagen, die Extreme in Dynamik und Tempo meiden, dafür immer wieder eine raffiniert eingewobene Sinnlichkeit hervortreten lassen. Gleichzeitig wirken Laloums markig gemeinte Akzente bisweilen ein wenig sanft. Auch in der „Kreisleriana“ steht für Laloum geschwungene Linienbildung immer an erster Stelle. Dass dies den langsamen Abschnitten besonders zugutekommt, versteht sich von selbst. Am risikoreichsten gerät der vorletzten Satz. Doch selbst hier wirkt sein Spiel bisweilen flächig, weniger akzentfreudig. Aufnahmetechnisch auffallend, dass der gewählte Steinway-Flügel nie stählern-kühl wirkt, sondern ungewohnt samtig.
Schumann: Novelletten op. 21 & Kreisleriana op. 16
Adam Laloum (Klaiver)
Harmonia Mundi





