Kaum ein Orchester verkörpert die Idee, durch Musik Grenzen zu überwinden, so eindrucksvoll wie das West-Eastern Divan Orchestra. Vor 26 Jahren von Daniel Barenboim und dem Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet, bringt das Ensemble junge Musikerinnen und Musiker aus Israel, Palästina und weiteren Ländern des Nahen Ostens zusammen.
Ermöglicht Begegnungen: Das West Eastern Divan Orchestra
Im Konzerthaus Dortmund eröffnet Barenboim die Saison mit einem Programm, das den Gedanken von Dialog und Verständigung in drei musikalischen Meisterwerken spiegelt. Schuberts „Unvollendete“ entfaltet eine rätselhafte Klangwelt zwischen Hoffnung und Ungewissheit. Mit dem Vorspiel zu Wagners „Tristan und Isolde“ steigert sich diese Spannung zu einer Musik voller Sehnsucht, deren kühne Harmonik weit in die Zukunft weist. Den Abschluss bildet Beethovens „Eroica“, eben jene Sinfonie, die mit ihrem kraftvollen Gestus und ihrem unbedingten Aufbruchsgeist zu den wegweisenden Werken der Musikgeschichte zählt.
So wird der Konzertabend mehr als eine Begegnung mit drei Meisterwerken: Das Orchester macht hörbar, was seit seiner Gründung sein Leitgedanke ist, nämlich dass gemeinsames Musizieren Begegnungen ermöglicht und dort Brücken entstehen können, wo gesellschaftliche Grenzen bestehen bleiben.



