In ihrer zehnten Ausgabe widmen sich die Musiktheatertage Wien der Begegnung mit dem Unbekannten: Was geschieht, wenn man sich darauf einlässt? Welche mitunter irrationalen Ängste stehen dem entgegen, wo verlaufen Grenzen und welche Anknüpfungspunkte lassen sich finden? Selbstironisch richtet das Festival den Blick dabei auch auf mögliche Vorbehalte gegenüber der Neuen Musik, die im Programm eine tragende Rolle spielt.
So geht die musikhistorische Satire „Smoking Kills“ im Theater Nestroyhof Hamakom der provokanten Frage nach, warum die Neue Musik keine Hörer hat. Dazu reisen die Figuren ins Jahr 1945 zu Anton Webern, einem der Wegbereiter der Avantgarde. Die Performance „Uchronia“ im Stephansdom verbindet europäische Musiktraditionen wie den gregorianischen Choral mit Techno, Synthesizerklängen, durch Autotune verfremdeten Stimmen und afrokaribischen Trommelrhythmen. Weitere Produktionen, darunter mehrere Uraufführungen, greifen gesellschaftliche Kontroversen und aktuelle Missstände auf. Die Oper „The Sailmaker’s Wife“ etwa, die beim Festival ihre Uraufführung erlebt, thematisiert den unbedachten Umgang des Menschen mit den Ressourcen des Planeten.
Zu den weiteren Spielstätten der Musiktheatertage Wien zählen das Odeon, das Theater am Werk und der Wasserturm Favoriten. Ergänzend lädt das Festival zu zahlreichen Aftershow-Veranstaltungen ins LOT ein. Wer eine Festivalvorstellung besucht hat, erhält dort freien Eintritt.




